„Es herrscht jugendpolitischer Stillstand!" Mit diesen Worten kommentierte Dudu Kücükgöl, Vorsitzende der Bundesjugend-
vertretung (BJV) den Status der österreichischen Jugendpolitik.
Vorsitzende Dudu Kükükgöl und GF Benedikt Walzel
beim BJV-Pressegespräch
„Bereits im Jahr 2006 haben wir mit der JUGENDAGENDA 06 zehn Forderungen an die Chefs der wahlwerbenden Parteien übergeben. Und heute müssen wir eine JUGENDAGENDA reloaded präsentieren, die in neun von zehn Punkten den alten Forderungen entspricht. Das heißt, kaum ein jugendpolitisches Vorhaben der vergangenen Jahre ist umgesetzt worden!" Konkret wurde mit der Wahlaltersenkung lediglich eine Forderung aufgegriffen und realisiert. „Mit der versprochenen begleitenden politischen Bildung ist jedoch wenig weitergegangen", so Kücükgöl.
Drei Bereiche liegen der BJV besonders am Herzen:
„Wir erachten eine gemeinsame Schule der 10- bis 15-Jährigen für eine zukunftsgerichtete Gesellschaft als ganz wichtig", so Dudu Kücükgöl, „darum muss sie möglichst rasch flächendeckend eingeführt und sowohl finanziell als auch räumlich ausgestattet werden." Dass die Bildungsministerin in den vergangenen eineinhalb Jahren erste Fühler in diese Richtung ausgestreckt habe, sei positiv, allerdings dürften die Anstrengungen nicht hier stehen bleiben.
Außerdem wünscht sich die BJV-Vorsitzende eine bessere soziale Absicherung für junge Menschen: „Viele junge Menschen arbeiten und kommen mit dem Geld nicht aus bzw. wissen nicht, ob sie im nächsten Monat noch ihren Job haben. Es müssen vor allem jene unterstützt werden, die beim Übergang von der Ausbildung zum Beruf Probleme haben: Seien das Lehrlinge, die keinen Job nach der Ausbildung finden oder HochschulabsolventInnen, die von Praktikum zu Praktikum hüpfen." Für die BJV könnte die Einführung einer Mindestsicherung das Problem zumindest entschärfen. „Diese stand ja bekanntlich im vergangenen Regierungseinkommen. Realisiert wurde sie aber nicht", so Kücükgöl.
Insgesamt geht es um eine Wertschätzung der Jugend: „Jugend muss gefördert und gesellschaftlich anerkannt werden!", sagt Dudu Kücükgöl, „das bedarf auch finanzieller Unterstützung. Viel zu oft wird aber an der Jugend gespart. Die Jugendförderungen wurden jahrelang nicht erhöht und die Mittel reichen hinten und vorne nicht mehr aus. Darum ist es notwendig, der Kinder- und Jugendarbeit mehr Geld zukommen zu lassen." Auch die Bundesjugendvertretung selbst, die finanziell grundsätzlich nicht abgesichert ist, muss als Interessenvertretung ALLER jungen Menschen in Österreich über eine Änderung des Bundesjugend-Förderungsgesetzes rasch auf sichere Beine gestellt werden. „Nur mit entsprechender Sicherheit ist gute Interessenvertretungsarbeit möglich", so das Fazit von Kücükgöl.
